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Wo anfangen beim Ukulele-Kauf? Worauf du bei deiner ersten Ukulele achten solltest

Geposted von Maria Mahler am

Sich für den Kauf einer Ukulele zu entscheiden, ist nicht schwer. Kompliziert wird es erst dann, wenn man sich für ein bestimmtes Modell entscheiden muss. Die Auswahl ist schier unendlich und man hat die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Ukulele-Arten, -Größen, -Marken, verschiedenen Hölzern, Hals-Längen, Saiten und nicht zuletzt Dekors. Da kann einem schon mal schwindlig werden. Aber keine Sorge, bei nur einer Ukulele bleibt es in der Regel ohnehin nicht (dieses Phänomen nennt sich Ukulele Acquisition Syndrome und ja, das gibt es wirklich), es gibt also keinen Grund sich beim Kauf der ersten Ukulelele allzu sehr stressen zu lassen. 
Ukulele Shop auf Hawaii mit viel Auswahl

Muss es eine Ukulele aus Hawaii sein?

Es gibt jede Menge Ukulele-Hersteller, darunter natürlich die Platzhirsche Hawaiis, Kamaka, Kanile‘a, Ko‘olau und KoAloha, die begehrenswerte Weltklasse-Instrumente herstellen – zu entsprechenden Preisen. Für solche High End-Modelle legt man gern ab 800 Euro auf den Tisch. Bis auf Kamaka haben alle der sogenannten 4K auch etwas günstigere Modell-Reihen, die in Asien statt auf Hawaii gefertigt werden, aber top verarbeitet sind, schön klingen und den guten Namen ihrer Häuser adäquat repräsentieren - so zum Beispiel Islander Ukulelen von Kanile'a. Trotzdem sind auch diese Modelle als Einstiegsinstrument vielen ein bisschen zu preisintensiv. 

Top-Hersteller mit schönen Einstiegs-Ukulelen 

Es lohnt sich - nicht nur für einen günstigeren Preis - über den Tellerrand zu blicken und andere Hersteller, z. B. vom Festland der USA, Portugal oder Slowenien in Betracht zu ziehen. Auch sie stellen großartig klingende, handwerklich gut verarbeitete und optisch sehr schöne Instrumente her. Hier findet man günstigere Instrumente, die für Einsteiger und Enthusiasten wunderbar geeignet sind und das Portemonnaie nicht ganz so schnell leer fegen. Doch auch diese Hersteller, haben herausragende High-End-Modelle, die sich durchaus mit den Vorbildern der Pazifikinseln vergleichen lassen können. Zu unseren bevorzugten Herstellern zählen Ohana und Kala (inkl. ihrer Einsteigerserie Makala) aus Kalifornien, Koki'o, APC aus Portugal (und ihre preisgünstige Serie APC Lusitana) sowie Flight aus Slowenien.
Anfängerin mit Flight Ukulele
Credit: Ami & Stefan Norton 

Wieviel sollte ich ausgeben? 

Eine gute Ukulele muss nicht teuer sein. Natürlich kannst du locker mehrere tausend Euro für ein Instrument ausgeben, aber vielleicht wartest du mit solchen Summen einfach, bis das Ukulele Acquisition Syndrome bei dir einsetzt und startest zunächst mit einem Modell, dass den Geldbeutel weniger belastet. Allerdings willst du auch nicht zu sparsam an die Sache rangehen. Eine Ukulele für 20 Euro ist vielleicht optisch niedlich, wird dich aber klanglich vermutlich nicht sonderlich begeistern. Wir empfehlen dir, dich für den Beginn an Preisen zwischen 60 und 100 € zu orientieren.

Gelbe Spielzeug-Ukulele - so preiswert muss es dann doch nicht sein

Aus welchem Holz sollte meine Ukulele gefertigt sein?

Traditionell wurden Ukulelen auf Hawaii aus Koa hergestellt, einer Akazien-Art die endemisch ist, also nur auf Hawaii wächst. Koa sorgt für einen ausgewogenen, warmen und weichen Klang – sofern die Ukulele gut gebaut ist. Denn in der Tat kann man nicht einfach sagen, dass eine Ukulele besser klingt, nur weil sie aus einem bestimmten Holz gemacht wurde. Jedes Holz bringt eine ganz eigene Klangqualität mit sich und jedes Holz – ja sogar eine Ukulele aus Kunststoff – kann wundervoll klingen. Mach dir also beim ersten Kauf keine großen Gedanken darum, aus welchem Holz deine Ukulele sein soll, sondern finde eine, die dir einfach gut gefällt und die zu dir passt.

Ukulelen mit Verzierungen aus verschiedenen Hölzern

Brauche ich Saiten oder kann ich die nutzen, die mit meiner Ukulele kommen?

Woran du generell nicht sparen solltest, sind vernünftige Saiten, denn sie beeinflussen den schönen Klang deiner Ukulele ganz wesentlich. Die meisten Ukulelen im Preissegment von 70-100 Euro kommen bereits mit guten Saiten - manche aber eben auch nicht und dann bist du für den Anfang gut beraten mit Nylon-Strings von Herstellern wie Aquila und D’Addario. Später, wenn du weißt, welchen Klang und welche Spielweise du bevorzugst, kannst du tiefer einsteigen und dich mit spezielleren Saiten, wie zum Beispiel Flourocarbon beschäftigen. Für den Einstieg würde ich jede Diskussion darüber erst einmal geflissentlich ignorieren. Wichtig ist nur: Man sollten Saiten immer mal wechseln, denn durch häufiges Spielen greifen sie sich ab, das verändert den Durchmesser und das wiederum führt dazu, dass deine Ukulele nicht mehr so hübsch klingt. Wie oft, das hängt ein bisschen davon ab, wie viel du spielst. Einmal im Jahr sollte man die Saiten schon erneuern, wenn du sehr viel übst vielleicht sogar jedes halbe Jahr. 

Wie spiele ich die Ukulele und brauche ich dafür ein Plektrum?

Am Thema Plektrum scheiden sich die Geister. Traditionalisten würden vermutlich immer darauf drängen, die Ukulele nur und ausschließlich mit den Fingern zu spielen, aber wenn es dir das Plektrum hilft oder es dir damit mehr Spaß, go for it! Von einem Kunststoff-Plektrum wie für Gitarren raten wir für den Einsteig erst einmal ab, zum einen weil es die Saiten stärker strapaziert und man somit häufiger wechseln muss, zum anderen, weil es den Klang härter macht. Mit einem Leder- oder Filz-Plektrum hingegen schonst du die Saiten und kannst ihnen einen vollen, weichen ukuleligen Klang entlocken. Perfekt zum Üben oder für romantische Nächte unter Palmen. Dennoch sei erwähnt, dass es spezielle Thumb-Picks aus Kunststoff gibt, die wie ein Fingernagel genutzt werden können und von einigen geübten Spielern - darunter Ukulele-Göttin Taimane Gardner- gern genutzt werden.  

Die Ukulele spielt man am besten mit kurzen Fingernägeln

Das Dilemma, die Maniküre.

Kommen wir nun zum einzigen – ja, wirklich einzigen – Schwachpunkt der Ukulele: Die Fingernägel. Vergiss einfach gleich jeden Gedanken an eine hübsche Maniküre und lange, lackierte Fingernägel. Natürlich kannst du die Fingernägel deiner rechten Hand (oder der linken, wenn das die Hand ist, die deine Ukulele spielt) wachsen lassen und sie quasi als Plektrum benutzen. Aber eben nur an dieser Hand. Die Nägel deiner anderen Hand, welche die Saiten greifen muss, sollten so kurz wie möglich gefeilt sein. Du hast also die Wahl zwischen symmetrisch kurz oder asymmetrisch seltsam. No judging. Your choice 😉

Eine Tasche für deine Ukulele

Wer seine Ukulele einmal in den Händen hält, will sie eigentlich nicht in einer Tasche verstecken, trotzdem lohnt es sich für unterwegs ein Case anzuschaffen. Es gibt weiche, sehr leichte Taschen, sogenannte Gigbags oder Soft Cases und stabile, härtere Cases, sogenannte Ukulele-Koffer. Letztere schützen die Ukulele natürlich besser, Soft Cases hingegen lassen sich etwas komfortabler herumtragen und verstauen. Hier kannst du ganz nach persönlicher Präferenz gehen. Ukulele-Koffer sind gerade für den Winter oder wenn die Luft zu trocken ist, gut geeignet für die Lagerung deiner Ukulele - und sie haben den Vorteil, dass man sie mit vielen lustigen Aufklebern versehen kann 😉

Ukulele Koffer mit Hawaii Aufklebern

Wie du deine Ukulele richtig stimmst: GCEA und DGBE

Die klassischen Stimmung der Ukulele ist GCEA - auch hawaiianische oder c-Stimmung genannt. Eine Ausnahme ist die Bariton-Ukulele, die (wie die unteren vier Saiten der Gitarre) DGBE gestimmt ist.  

Solltest du nicht schon ein geübter Musiker sein und deine Ukulele nach Gehör stimmen können, schaffe dir unbedingt einen Tuner an - ein Stimmgerät. Den klemmst du einfach an die Kopfplatte der Ukulele und schon kannst du die Saiten ohne großen Aufwand in die „richtige Stimmung“ versetzen – und dich selbst gleich mit 😉 Stimme deine Ukulele nach GCEA, beginnend von der Saite, die deinem Kinn am nächsten ist.

Es gibt auch zahlreiche Apps zum Stimmen deiner Ukulele. Die sind komfortabel, funktionieren aber nur ohne Umgebungsgeräusche gut, weil sie den Ton messen. Stimmgeräte hingegen messen die Schwinungen und sind deshalb deutliche präziser und funktionieren auch bei Umgebungsgeräuschen.    

Du hast etwas gehört von High G und Low G? Für den Einstieg empfehlen wir, auch das erst einmal zu ignorieren. Low G ist eine Oktave tiefer gestimmt, als das klassische High G - aber ganz ehrlich?! Lass dich davon erst einmal nicht verwirren. 

Does Size matter? Die ewige Frage nach der Größe.

Ukulelen kommen in überraschend vielen verschiedenen Größen – als Microlele, Piccolo, Sopranino, Sopran, Konzert, Tenor und Bariton (Sonderformen wie die Banjolele oder die Guitarlele lassen wir jetzt mal bewusst außen vor, um die Verwirrung nicht auf die Spitze zu treiben) – und vielleicht bist du zu Anfang vollkommen überfordert. Dabei ist es eigentlich gar kein Hexenwerk, die richtige Größe zu ermitteln. Die Soprano oder Sopran ist die „klassische“ Ukulele-Größe. Sie ist klein, passt gut unter den Arm, der Hals ist gut zu greifen. 

Will Grove-White (Ukulele-Spieler und Autor) findet ihre Größe übrigens auch von Vorteil, weil sie leicht im Papierkorb zu verstauen ist, wenn du ihrer jemals überdrüssig werden solltest, aber wir möchten betonen, dass wir mit dieser Aussage absolut nicht konform gehen. Niemals, aber auch wirklich niemals, wirft man eine Ukulele weg. Du hast keine Lust mehr? Glauben wir nicht. Aber sollte es wieder erwarten wirklich so sein: Verschenke deine Ukulele an einen Freund. Du hast keine Freunde? Dann häng sie an die Wand und schmücke dein Zuhause mit ein bisschen Südsee-Feeling. Damit kannst du dann immerhin noch Eindruck schinden.

Spaß beiseite: Manche Spieler und insbesondere Anfänger greifen lieber zur Konzert-Größe, mit breiten oder nicht sehr geübten Fingern kann man auf dem kleinen Griffbrett der Sopran schon mal Schwierigkeiten haben. 

Konzert-Ukulelen haben etwas größere Abstände zwischen den Bünden, das kann komfortabler zu greifen sein. Außerdem finden Spieler die nicht ganz zierlich gebaut sind, Konzert-Größen für den Anfang angenehmer zu halten.

Kurzum: Schau dir für den Anfang besonders Sopran- oder Konzert-Ukulenen an. 

Brauche ich einen Gurt? 

Sagen wir mal so: Es gibt Lehrer, die ihre Schüler auch schon mal nach Hause schicken, wenn sie an ihrer Ukulele keinen Gurt haben. Wir finden, das ist Geschmackssache und spielen selbst komplett ohne Gurt. Aber natürlich hilft der Gurt, gerade zu Anfang, weil man sich erst mal gar keine Gedanken darum machen muss, die Ukulele festzuhalten. Schaden kann es also nicht.

Wenn deine Ukulele bereits einen Gurtpin am Boden installiert hat, bist du super ausgestattet. Falls nicht, kannst du bei deiner Bestellung einen Pin mit in den Warenkorb legen und uns eine Nachricht schreiben; wir installieren ihn gern und unentgeldlich für dich. Mehr zum Thema Gurtpins und Gurt findest du in unserem Blog Post dazu.

Auch Äußerlichkeiten zählen – die richtige Wahl der Stimmwirbel

Für Einsteiger ist es übrigens sinnvoll, darauf zu achten, dass die Ukulele mit sogenannten „Geared Tuning Pegs“ kommt, das sind Stimmwirbel mit indirekter Mechanik, die seitlich an der Kopfplatte herausragen, statt mit Friction Pegs, Stimmwirbeln mit direkter Mechanik, die nach hinten abstehen. Letzter sind etwas aus der Mode geraten, weil sie schwieriger einstellen lassen und häufig verstimmen. Mit Geared Tuning Pegs bleibt deine Ukulele länger gut gestimmt – und klingt so hübsch, wie sie sollte.
Ukulele mit Geared Tuning Pegs die an der Kopfplatte nach außen ragen

 

Aber das absolut wichtigste ist: Deine Ukulele gefällt dir. Mehr ist eigentlich nicht wichtig – für den Beginn einer großen Liebe.

Ukulele vor blauem Hintergrund 

Picture Credits:
1. Maria Mahler
2. Matthew Henry from Burst, modifiziert
3. Vanessa Bucceri on Unsplash
4. stgilesmusic from Pixabay
5. Maria Mahler
6. Samantha Hurley from Burst

Eine schöne Einsteiger-Ukulele?! Findest du hier: 

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