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Dürfen wir vorstellen?! Die Ukulele! Ein kleines Instrument mit großer Geschichte

Geposted von Maria Mahler am

Ukulele mit Strand auf dem Korpus

Kaum ein Instrument weckt mehr Urlaubsgefühle und Sehnsucht nach Sonne, Sand und Palmen in uns, als die Ukulele es tut. Das kleine Vier-Saiten-Instrument versetzt uns mit nur wenigen Tönen in einen Zustand totaler Glückseligkeit und Freude. Man braucht nur die Augen zu schließen und fühlt beinahe die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht, die sanfte Brise des Ozeans auf der Haut.

Beim Klang einer „Uke“, wie sie zärtlich genannt wird, kann man einfach nicht schlecht gelaunt sein – und erst recht nicht, wenn man sie selbst spielt. Die Ukulele sieht aus wie eine Miniatur-Gitarre, deren lasziv geschwungenen Form sich scheinbar eher niedlich als sexy auf die kleine Schwester überträgt, doch in ihrer hübschen Achterform verbirgt sich mehr, als das Auge zunächst wahrnimmt.

Die Ukulele löst in uns ein unumstößliches Bedürfnis nach Harmonie, nach Liebe und Lachen, nach sanft schwingenden Bewegungen und gemeinsamen Abenteuern aus. Sie ist klein genug, um der perfekte Reisebegleiter zu sein – egal wohin es geht, die Ukulele passt ins (Hand)Gepäck.

Sie ist leicht zu erlernen, das macht sie zum perfekten Einstiegsinstrument. Und selbst wann man nur zwei Chords kann (wie die Autorin dieses Textes), die Ukulele schafft es immer, schön zu klingen und uns mental sofort nach Hawaii zu entführen. Mit diesem Sehnsuchtsort ist die Ukulele unumstößlich verknüpft, von dort trat sie ihren Siegeszug in die USA und von dort wiederum in die Welt an. Erstaunlicher Weise, denn ihren Ursprung hat die Ukulele nicht auf den Inseln im Pazifik, sondern in Portugal. Von hier aus reiste sie im Jahr 1879 auf der Ravenscrag noch in der Form der Machete (auch Braguinha oder Cavaco/Cavaquinho genannt) nach Hawaii, im Gepäck von Manuel Nunes, José do Espirito Santo und Augustine Dias, die dort auf den Zuckerplantagen gutes Geld verdienen wollten. Vor lauter Freude über ihre Ankunft auf der paradiesischen Insel, so erzählt man sich, hätten die Portugiesen ausgelassen auf ihren Instrumenten zu spielen begonnen - und die Menschen auf Hawaii verliebten sich sofort in das kleine Instrument und nannten es "Ukulele" - hüpfender Floh, nach den flink über die Saiten springenden Finger seiner Spieler.

König Kalakaua, Merrie Monarch und leidenschaftlicher Advokat der Ukulele

Einer der größten Fans und fortan leidenschaftlicher Advokat der Ukulele war König Kalakaua – auch liebevoll „Merrie Monarch“ genannt. Er liebte das Instrument, schrieb selbst Stücke dafür und sorgte mit zahlreichen Konzerten dafür, dass sich die Ukulele schnell durchsetzte und von den Hawaiianern adoptiert wurde. Heute ist sie von Hawaii nicht mehr wegzudenken. Sie ist Teil jeder Ohana (wie man die "Familie" auf Hawaii nennt) und integraler Bestandteil des hawaiianischen Selbstverständnisses. Und natürlich ist sie beliebtes Souvenir, sei es als tatsächliches Instrument oder formgebend als dekoratives Ornament, Aufdruck auf Kleidung oder Kunst.

Als frisch erkorenes Nationalinstrument Hawaiis trat die Ukukele also zu Beginn der 1900er Jahre vom Pazifik aus ihren Siegeszug in die Welt an – zunächst in die USA und schnell danach auch nach Europa, Japan, Australien und Neuseeland – und war gute zwanzig bis dreißig Jahre lang ein Symbol für Lebensfreude und Optimismus. Doch der Zusammenbruch der Wall Street im Jahre 1929 und die darauffolgenden, wirtschaftsschwachen Jahre stellten Lebensfreude und Optimismus auf eine harte Probe und auch die Ukulele hatte es schwer, ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie – in Plastik gegossen – zwar noch erfolgreich als Spielzeug vermarktet, aber der Zenit ihres Erfolges war überschritten. Bis weit in die 80er Jahre hinein fristete die Uke ein Schattendasein.

Zwei Frauen unterwegs mit Ukulele

Doch seitdem erholt sie sich langsam von dieser Phase der Schwäche und insbesondere Künstler wie Eddie Vedder, Jack Johnson, Jason Mraz, Taylor Swift sowie hierzulande sicher auch Stefan Raab und natürlich der unvergessene Israel „Iz“ Kamakawiwoʻole mit seiner Interpretation von „Somewhere over the Rainbow“ haben dem viersaitigen Instrument kontinuierlich wachsende Aufmerksamkeit beschert, die sich in zahlreichen Songs und Alben, Festivals und Shows niederschlägt.

Die Ukulele ist Trend, sie passt zu unserem Lifestyle, unserer Suche nach Selbstverwirklichung und Sinn, unserer Sehnsucht zu reisen, unserem Wunsch kontinuierlicher Arbeit etwas Glück und innere Gelassenheit entgegenzusetzen. Sie ist BoHo, Yoga, Rock und Metal gleichermaßen. Sie ist romantisch und cool, sie ist fröhlich und doch ernst zu nehmen. Sie erweckt in uns eine gehörige Portion Wanderlust und lässt uns doch genügsam ganz im Jetzt und Hier sein. Keine Frage, die Ukulele ist wieder da – und sie ist gekommen, um zu bleiben. 

 

 

Photo Credits:
1. Denniz Futalan from Pexels
2. Menzies Dickson Kalakaua, gemeinfrei, Details auf Wikimedia Commons
3. rawpixel.com from Pexels

 



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